Festung mit Krone
Skansen Kronan ist eine barocke Schanze aus dem späten 17. Jahrhundert, die auf dem Hügel Risåsberget (auch Skansberget) über dem Viertel Haga thront. Entworfen hat sie der Festungsbaumeister Erik Dahlbergh; der Grundstein wurde am 9. Juni 1687 gelegt. Errichtet wurde der Bau im Wesentlichen zwischen 1687 und 1689 unter Olof Örnehufvud und Kapitän Carl Magnus Stuart, offiziell in Dienst gestellt 1698, das Dach erst 1700 fertig.
Ihren Namen verdankt die Festung der vergoldeten Krone auf dem rund 33 Meter hohen, achteckigen Turm. Die erste Krone von 1697 schuf der Bildhauer Marcus Jäger aus Holz mit vergoldetem Kupfer; sie wurde mehrfach ersetzt, 1738 als reine Holzversion und 1899 wieder als vergoldetes Kupfer. Die heutige Krone ist also symbolisch und namensgebend, aber keine Rekonstruktion des Originals.
Schutz gegen die Dänen
Skansen Kronan war Teil der Verteidigung der jungen Festungsstadt Göteborg gegen einen möglichen dänischen Angriff. Zusammen mit der Zwillingsanlage Skansen Lejonet auf dem Gullberg sicherte sie die beiden überhöhenden Hügel der Stadt, damit Angreifer dort keine Artillerie aufstellen konnten. Bei der Indienststellung 1698 war die Schanze mit 23 Kanonen bestückt, später standen bis zu 27 Geschütze bereit.
Zum Einsatz kamen sie nie: Skansen Kronan wurde niemals angegriffen, und keine ihrer Kanonen wurde je im Kampf abgefeuert. Die Geschütze oben am Hügel sind heute reine Denkmäler. Im 19. Jahrhundert diente der Bau als Gefängnis und Notunterkunft, ab 1904 beherbergte er das Göteborger Militärmuseum, das 2004 schloss und seine Sammlung an das Stadtmuseum abgab. Seit dem 25. Januar 1935 steht die Festung als staatliches Baudenkmal unter Schutz; Eigentümer und Verwalter ist heute das schwedische Reichsbauamt Statens fastighetsverk.
Was dich oben erwartet
Der eigentliche Grund hinaufzusteigen ist der Rundblick. Vom grünen Hügel mit seinen alten Kanonen schaut man über die Dächer von Haga und Linné bis weit in die Innenstadt. Das umgebende Skansparken-Gelände umfasst rund zwei Hektar und ist, wie der Hügel selbst, ganzjährig frei und ohne Öffnungszeiten zugänglich.
Der Innenbau der Festung ist dagegen nicht für spontane Besuche geöffnet. Die wuchtigen Räume hinter den dicken Mauern werden heute privat als Festlokal für Hochzeiten, Konferenzen und Feiern vermietet; hinein kommt man nur über eine Buchung oder eine geführte Tour. Wer also auf einen Blick ins Innere oder eine Einkehr oben hofft, sollte das nicht voraussetzen, sondern vorab beim Veranstalter anfragen.
Besuch & Praktisches
Hügel und Aussicht kosten nichts und sind jederzeit zugänglich. Für den Aufstieg, den Rundblick und einen kurzen Aufenthalt reichen 30 bis 60 Minuten. Am meisten lohnt sich der Aussichtspunkt bei klarer Sicht, besonders zum Sonnenuntergang. Im Winter ist der steile Treppenaufstieg bei Eis und Schnee rutschig.
Der Weg hinauf führt über rund 300 Treppenstufen von Haga oder Linnéstaden aus, kurz, aber steil. Wegen der Stufen ist der Hügel nicht barrierefrei. Ehrlich gesagt: Als eigenständiges Hauptziel trägt Skansen Kronan einen Tag nicht, als Aussichtspunkt und Abschluss eines Bummels durch Haga aber lohnt der Anstieg.
Gut kombinieren lässt sich der Besuch mit einem Spaziergang durch das alte Holzhausviertel Haga und der benachbarten Hagakyrkan. Weitere Anschlüsse sammelt unsere Liste der Top-Sehenswürdigkeiten Göteborgs. Aktuelle Hinweise zu Buchungen und Führungen des Innenbaus stehen auf der offiziellen Website.