Neugotik am Parkrand
Die Hagakyrkan steht in einer kleinen Parkanlage am Übergang zwischen Innenstadt und dem alten Arbeiterviertel Haga. Errichtet 1856–1859 und am 27. November 1859 eingeweiht, gehört sie zu den ersten neugotischen Kirchen Schwedens. Die Pläne bearbeitete Adolf Wilhelm Edelsvärd, Chefarchitekt der Königlichen Eisenbahnverwaltung, unterstützt vom Göteborger Architekten Adrian Crispin Peterson – die Vorlagen stammten ursprünglich aus England.
Auch das Material erzählt von dieser Herkunft: ein Granitfundament aus Råda, gusseiserne Säulen, ein englisches Schieferdach, gelber Flensburger Ziegel und schottischer Sandstein an Portalen und Fensterrahmen. Der schlanke Turm misst 49 Meter und ist von der Avenyn-Seite gut zu Fuß zu erreichen.
Im Inneren
Der Innenraum ist überschaubar, hält aber ein paar lohnende Details bereit. Das Mittelfenster im Chor ist eine Glasmalerei von Albert Eldh aus dem Jahr 1924, dazu kommen Christus-Skulpturen von Carl Ahlborn, Holzschnitzereien von August Bark und ein 1884 in München gefertigtes Kruzifix.
Sehenswert sind vor allem die zwei Orgeln: Die Westorgel von Marcussen & Søn (1861, 36 Stimmen) wurde 2002–2004 von Åkerman & Lund restauriert. Auf der Nordempore steht seit 1992 ein norddeutsch-barock inspiriertes Instrument des US-Orgelbauers John Brombaugh mit 23 Stimmen – ein Grund, warum hier regelmäßig Konzerte und Sommermusik stattfinden.
Besuch und Praktisches
Die Kirche wird kostenlos offen gehalten, in erster Linie für die stille Andacht. Laut Gemeinde sind das Mo–Do 11–15 Uhr und Sa 11–13 Uhr, an mehreren Tagen betreut von Guides – die Zeiten können aber saisonal abweichen, maßgeblich ist der Kalender der Haga församling. Während des Gottesdienstes (So 11 Uhr) ist die touristische Besichtigung nur eingeschränkt möglich. Im Juli und August locken zusätzlich mittwochs ab 12 Uhr Sommermusik mit Andacht und ein Sommercafé.
Für die Kirche selbst reichen 15 bis 30 Minuten. Ihr eigentlicher Reiz liegt in der Lage: Gleich dahinter beginnt mit der Haga Nygata der schönste Teil des historischen Viertels. Wer mehr Zeit hat, kombiniert den Stopp mit dem Bummel durch Haga, der Festungsanhöhe Skansen Kronan oder der Fischhalle Feskekôrka. Wer Kirchen mag, findet mit der Domkyrka im Zentrum und der Masthuggskyrkan über dem Hafen zwei weitere lohnende Ziele.