Der City-Pass für Göteborg hat den Betreiber gewechselt. Aus dem früheren Göteborg City Card (Göteborg Pass) ist der Go-City-Gothenburg-Pass geworden – und das ist nicht nur ein neuer Name, sondern ein anders gebautes Produkt. Wer noch nach der alten Karte mit Stundenstufen, freiem Nahverkehr und Liseberg-Rabatt sucht, wird enttäuscht – diese Variante gibt es so nicht mehr. Was heute drinsteckt, was fehlt und für wen sich der Pass trotzdem lohnt, klären wir hier.
Was sich gegenüber dem alten City Card geändert hat
Drei Punkte sind entscheidend, weil sie ältere Reiseführer und Blogs überholt haben:
- Kein Nahverkehr mehr inklusive. Tram, Bus und Fähren sind nicht länger Teil des Passes. Das war beim alten City Card noch der zentrale Mehrwert – beim Go-City-Pass musst du den Nahverkehr separat bei Västtrafik buchen.
- Kein Liseberg. Der Vergnügungspark ist weder im freien Eintritt enthalten noch vergünstigt.
- Tagesstufen statt Stundenstufen. Es gibt den Pass für 1, 2, 3 oder 5 Tage – nicht mehr in den alten 24/48/72/120-Stunden-Paketen.
Wenn du also irgendwo liest, der „Göteborg-Pass” decke den Nahverkehr ab und gebe Rabatt auf Liseberg, beschreibt das das eingestellte Vorgängerprodukt. Für die heutige Reiseplanung gilt: Pass, Nahverkehr und Liseberg sind drei getrennte Posten.
Was im Go-City-Pass enthalten ist
Der Pass bündelt rund 20 Attraktionen, Touren und Aktivitäten – du zahlst einmal und gehst dann ohne weitere Tickets rein. Mit dabei sind unter anderem:
- Museen – das Göteborgs Konstmuseum (Kunstmuseum), das Stadtmuseum (Museum of Gothenburg), das Röhsska Museet für Design und Kunsthandwerk, das Weltkulturmuseum sowie das maritime Maritiman und das Sjöfartsmuseet Akvariet (Schifffahrtsmuseum mit Aquarium).
- Touren und Boote – die klassische Paddan-Kanaltour, der Hop-on-hop-off-Sightseeing-Bus, ein Bootsausflug rund um die Insel Hisingen und eine geführte Schärentour ins Archipel.
- Familie und Freizeit – das Science-Center Universeum sowie Adventure-Golf im Slottsskogen.
Die regulären Einzelpreise und Öffnungszeiten der einzelnen Häuser sind nicht zentral in einer offiziellen Quelle gebündelt, weshalb wir sie hier nicht im Detail auflisten – sie schwanken ohnehin je nach Saison. Für die Rechnung „lohnt sich der Pass?” zählt vor allem, wie viele dieser kostenpflichtigen Ziele du pro Tag tatsächlich ansteuerst.
Was der Pass kostet
Go City weist die Preise nur in schwedischen Kronen aus; eine offizielle Euro-Umrechnung gibt es nicht, und die Tarife schwanken saisonal und durch Aktionen. Als Richtwerte für die All-Inclusive-Variante:
- 1 Tag – ab rund 499 SEK für Erwachsene, Kinderpass ab etwa 349 SEK.
- 2 Tage – grob ab 600 SEK (Erwachsene), Kinder ab rund 460 SEK.
- 3 Tage – grob ab 680 SEK, Kinder ab rund 520 SEK.
- 5 Tage – grob ab 800 SEK, Kinder ab rund 580 SEK.
Den 1-Tages-Preis haben wir aktuell direkt bei Go City ausgelesen; die Werte für 2, 3 und 5 Tage stammen aus einer Reiseplattform-Auswertung von 2024/2025 und können inzwischen abweichen. Verlass dich für die konkrete Buchung auf den tagesaktuellen Preis im Buchungssystem. Eigene Kinderpässe gibt es typischerweise für Kinder von etwa 3 bis 15 Jahren; weitere Sonderkonditionen sind auf Anfrage zu klären.
So funktioniert die Gültigkeit
Wichtig für die Planung ist, dass die Tage kalendertagsbasiert zählen. Jeder „Tag” endet um Mitternacht des jeweiligen Kalendertags – unabhängig davon, ob du erst nachmittags die erste Attraktion besuchst. Es gibt also kein gleitendes 24-Stunden-Fenster, und die Tage müssen an aufeinanderfolgenden Kalendertagen genutzt werden. Wer einen 1-Tages-Pass kauft, sollte ihn deshalb früh am Tag aktivieren, um ihn auszunutzen.
Das unterscheidet den Pass von den Västtrafik-Tagestickets, die zeitbasiert ab Aktivierung laufen (24 bzw. 72 Stunden) – ein Detail, das bei der Tagesplanung gerne durcheinandergeht.
Praktisch ist der Pass digital: Du kaufst online, synchronisierst ihn per Bestätigungscode in die Go-City-App und aktivierst ihn beim Besuch der ersten Attraktion. Nicht aktivierte Pässe lassen sich innerhalb von 90 Tagen kostenlos stornieren – ein Sicherheitsnetz, falls Pläne sich ändern.
Nahverkehr und Liseberg getrennt einplanen
Weil beides nicht mehr im Pass steckt, hier die Eckdaten zum Selberrechnen.
Nahverkehr (Västtrafik). Tram, Bus und Fähren laufen alle über dasselbe Ticket; für die Stadt reicht die Zone A. Ein Einzelticket beginnt bei rund 37 bis 38 SEK, ein Tagesticket (24 Stunden) liegt grob bei 120 bis 125 SEK, ein 72-Stunden-Ticket bei etwa 255 SEK. Jugendliche von 7 bis 19 Jahren zahlen rund 25 Prozent weniger, Kinder unter 7 fahren in Begleitung gratis, und ein Erwachsener mit Tagespass kann bis zu drei Jugendliche kostenlos mitnehmen. Wie sich Tram, Fähren und Leihräder kombinieren lassen, steht im Ratgeber Fortbewegung in Göteborg.
Den Flughafenbus deckt der Västtrafik-Tarif übrigens nicht ab – Flygbussarna nach Landvetter ist ein eigener Betreiber. Mit einem Västtrafik-Ticket fährst du stattdessen die Expresslinie 612.
Liseberg. Eintritt und Fahrgeschäfte buchst du direkt beim Park. Online kostet 2026 der reine Eintritt ab rund 95 SEK, Eintritt plus Ride-Pass (unbegrenzte Fahrgeschäfte) ab etwa 365 SEK, der Kinderbereich-Ride-Pass ab rund 275 SEK. Die Sommersaison läuft 2026 vom 18. April bis 20. September. Mehr dazu auf der Seite zu Liseberg.
Für wen sich der Pass lohnt – und für wen nicht
Der Pass rechnet sich, wenn du an einem Tag mehrere kostenpflichtige Museen oder Touren schaffst. Schon ein gut gefüllter Tag aus Universeum oder zwei großen Museen plus einer Boots- oder Bustour kann den Tagespreis übersteigen – dann fährst du mit dem Pass günstiger.
- Kulturreisende. Hier ist der Pass am stärksten: Viele der enthaltenen Ziele sind Museen, dazu kommen Stadt- und Bootstouren. Wer museumsintensiv unterwegs ist, holt den Preis schnell heraus.
- Paar, 2 bis 3 Tage. Lohnt sich, sobald täglich mehrere kostenpflichtige Attraktionen plus eine Tour zusammenkommen. Bei einem entspannten Programm mit viel Bummeln eher nicht.
- Naturfreunde und Schären-Fans. Die geführte Schärentour und die Hisingen-Bootstour sind enthalten, das macht den Pass attraktiv. Den Nahverkehr zu den Schären bitte separat einplanen.
- Familie mit Liseberg-Wunsch. Hier wird es heikel: Liseberg ist nicht dabei, der Nahverkehr auch nicht. Der Pass lohnt nur, wenn ihr neben dem Park ohnehin mehrere Museen und Touren mitnehmt – sonst zahlt ihr Liseberg, Nahverkehr und Pass dreifach.
Wer dagegen vor allem die kostenlosen Parks, das Viertel Haga und Aussichtspunkte genießt, fährt mit Einzeltickets meist günstiger. Rechne deine geplanten Eintritte und Fahrten vorab zusammen – eine Gegenüberstellung findest du im Göteborg-Pass-Vergleich.